Willkommen bei Peter Killert.

Auf meiner Insel 100

Nachtrag am 14.09. für alle, die meinen Blog gespannt verfolgen und wissen wollen, wie die Rückreise war:

 

Der Sturm hatte in der Nacht merklich nachgelassen. Das Hochwasser am frühen Morgen war immer noch extrem, aber der Hafen und die Fähren waren begehbar.

In Dagebüll dann das, was zu erwarten war: Der IC 2311 fiel aus und sollte erst ab Hamburg bereit gestellt sein. Das bedeutet, 200 Menschen, die normalerweise im IC gewesen wären, quetschten sich in Regionalzüge. Erst von Niebüll nach Elmshorn, dann von Elmshorn nach Hamburg. Das bedeutet, dass man im Gang sitzt oder steht - aber es war erträglich. Bis auf wenige Ausnahmen haben sich alle gegenseitig geholfen.

Unterwegs wurden vom verspäteten Regionalzug die Fahrgäste angekündigt und der IC 2311, zusammengestellt aus Ersatzwagen (die auch so beschildert waren) wartete brav in Hamburg. Von da an war alles easy. Ich bin mit 30 Minuten Verspätung in Köln angekommen. Die Bahnstrecke unterwegs war frei - ab und an musste der Zug langsamer fahren weil einige Reparaturarbeiten noch liefen.

Ich bin also insgesamt gut durchgekommen - sehr viel besser, als ich das vor 24 Stunden noch gedacht hätte.

Eigentlich wollte ich mir den 100. Eintrag für den nächsten Urlaub aufsparen, aber der „Blanke Hans“ verleitet mich zu einer kleinen Zugabe. Sturmtief „Sebastian“ ist würdig für einen 100. Amrum Blog Eintrag.

 

Auf meiner Seite der Südspitze ist es sehr windig. Geht man aber auf die andere Seite, was ich vorhin mal gemacht habe, dann tobt dort der „Blanke Hans“. Man kommt wirklich kaum noch voran und selbst hier, an dem eher ruhigen Kniepsandhaken toben die Wellen. 

 

Gestern hieß es, dass die Fähren und die Schiffe zu den Halligen ausfallen. Heute Morgen stand dann fest, dass ab 17:00 einige Fähren ausfallen. Dann wurde aber schon am Nachmittag bekanntgegeben , dass der komplette Fährverkehr eingestellt wird.

Heute Morgen wurden in den Gärten der Strandhäuser die Strandkörbe umgelegt. Die sind nämlich ein Windfang und fallen gerne um. Sämtliche Geschäft, von denen ich gestern noch berichtet habe, haben hier jetzt geschlossen.

 

Mein Zug, der IC 2311, also das Gegenstück zu dem Zug, in dem ich morgen sitzen werden, hat mehr als 90 Minuten Verspätung und wurde über Hannover umgeleitet. Abends wurde dann der komplette Zugverkehr nördlich von Hamburg eingestellt. Auf meiner Strecke gibt es wohl auch einige Sturmschäden.

 

Das könnte morgen sehr interessant werden, denn in Dagebüll ist wohl absolut „Land unter“, inklusive Bruch eines provisorischen Deichs. Zu der Zeit morgen früh, zu der ich dort ankommen soll, ist wieder Hochwasser. Auch hier ist heute Abend zum Zeitpunkt des Hochwassers nicht daran zu denken, eine Fähre betreten zu können.

Es wird also spannend morgen früh. Ich handele einfach nach Plan – 7:10 Uhr die Fähre und dann hoffen, dass die Zugwaggons in Dagebüll bereitstehen - im Moment würden sie einen halben Meter unter Wasser stehen.