Willkommen bei Peter Killert.

Was auf die Ohren

„Deine gesamte Musik. An einem Ort“ – das ist eine Werbeaussage von Apple und iTunes. Und das ist genau das, was ich nicht will.

Ich bin dabei, ein wenig auszusortieren. Fünf Regale mit CDs und zwei weitere stylische Ständer für die besonderen Schätzchen. Dann noch diverse Boxen in einer Vitrine. Aber natürlich habe auch ich seit mehreren Jahren keine CD mehr aufgelegt. Alles wichtige für die Ohren ist als MP3 erstellt – leider, ganz zu Anfang, vor vielen Jahren, für den ersten MP3 Player nicht immer in der besten Qualität.

 

Ich habe seit geraumer Zeit außerdem ein monatliches Budget von 10 EUR, dass ich immer wieder für unterschiedliche Dinge ausgebe. Einen Monat Nextflix probieren, dann das Adobe Lightroom/Photoshop Abo mal prüfen und ähnliches ... . Jetzt sind mal die verschiedenen Musikdienste dran. Und davon werde ich mich an einen auch längerfristig binden.

 

Alle bekannten Streaming Angebote kosten so um die 10,- EUR im Monat. Das Urgestein Napster, der Marktführer Spotify, Amazon Unlimited (etwas günstiger, wenn man Prime-Kunde ist), Google Play Music, iTunes Music und zuletzt Aldi Life, letzteres auch noch mit eBooks im Angebot.

 

Streaming Dienst bedeutet Flatrate, d.h. man erwirbt keinen Tonträger mehr, sondern streamt die Musik aus dem Netz. Ähnlich wie bei Filmen und Serien – dort habe ich mich an den datenträgerlosen Erwerb eines Filmes längst gewöhnt – gibt es nicht physisches mehr, das man besitzt. Für viele ein Paradigmenwechsel, der davon abhält, sich dieser unabwendbaren Zukunft zu zuwenden. 

 

Was sind nun die wichtigsten Kriterien für so einen Streamingdienst?

 

  • Der Umfang des Musikangebotes: Hört man nicht nur populären Mainstream, sondern auch etwas speziellere Sachen, dann kann das wichtig sein. Um das zu prüfen könnte man zum Beispiel mal „X Marks The Pedwalk“ im Bestand des Anbieter suchen. Ein Klassiker aus EBM Tagen der 80er und durchaus nicht unbekannt. Bei diesem Kriterium scheidet ALDI Life schon mal aus ... .  Die Angebote schwanken zwischen 7 Millionen und 45 Millionen Titeln, je nach Angabe des Anbieters.
  • Die Extras und die Handhabung: Wichtig ist eine übersichtliche App für den Desktop und für ein Tablet/Handy. Bei mobilen Geräten muss die Möglichkeit bestehen, sich Musik auf Vorrat herunterzuladen. Wer möchte schon sein Datenvolumen für das Streamen unnötig verbraten?
  • Das wichtigste Kriterium: Wie werden bereits vorhandene MP3 in eine Sammlung integriert? Akzeptiert der Dienst nur Dateien, die auch in dem Dienst selbst vorliegen (Napster), kombiniert die Anwendung lokale Dateien und Streaming Dateien (Spotify) oder lässt die Anwendung einen tatsächlichen Upload zu, d.h. man fügt seine Dateien tatsächlich in einen Webspace ein und hat gleichzeitig ein Backup? Diese Option bieten nur drei an: Amazon, Apples Itunes und Google Play Music. Aber ... zwei davon scheiden aus. Denn bei ihnen kostet genau dieser Dienst nochmal extra. Bei iTunes nennt sich dieser Service „iTunes Match“ und bei Amazon Music gibt es neben Prime Music, Music Unlimited auch noch eine versteckte Premium Variante, die nochmal eine jährliche Gebühr kostet. Ansonsten kann man nur 250 statt 250.000 Dateien hochladen – und das merkt man erst, wenn man genau das versucht. ITunes Match hat noch eine besondere  Funktion, die die zusätzlichen Kosten für einige Musikliebhaber rechtfertigt. Lädt man eine Datei mit einer Samplerate von z.B. 128 Kbit/s hoch, dann stellt iTunes automatisch eine optimierte Version zur Verfügung, die dann auch in das Eigentum übergeht. Voraussetzung ist natürlich, dass iTunes diesen Song in seinem Katalog hat. Wer also tausende MP3 nicht noch einmal codieren möchte, ist hier perfekt bedient.

Der einzige Dienst, der alle Kriterium umfasst und bei dem alle Kosten in den knapp 10,- EUR abgedeckt sind, ist Google Play Music. Hier kann man beliebig viele MP3 hochladen. Zusammen mit allen Songs des Streaming Dienstes bietet Google Play dann eine Cloud. Songs können heruntergeladen und offline gehört werden.

Was bei Google Play ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist, ist der Player. Der läuft am PC nur im Browser – eine Desktopanwendung ruft auch nur die Browserseite auf. Obwohl eigentlich alle Funktionen da sind, sieht die Anwendung auch auf dem Tablet sehr unscheinbar aus.

Der Upload bei Google Play Music geht übrigens auch in der kostenfreien Version, ist aber eingeschränkt.

 

Mein Budget wird also in diesem Monat bei Google Play Music angelegt. Ich werde dann in einiger Zeit noch einmal berichten.

 

(Da dieser Bericht kein Werbeartikel sein soll, habe ich diesmal bewusst auf die Links zu den Diensten verzichtet. Aber die passenden Seiten zu finden, dürfte nicht schwer sein).